Viele Unternehmen starten die Suche mit Portfolios. Das ist verständlich, aber zu kurz gedacht. Ein schönes Bild zeigt nicht, wie sauber eine Website auf dem Smartphone funktioniert, ob das CMS im Alltag pflegbar ist, wie ein Relaunch abgesichert wurde oder ob die Agentur Termine und Budgets steuern kann.
Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie eine Webdesign-Agentur finden, die zu Ihrem Projekt passt. Am Ende haben Sie eine belastbare Longlist, eine kurze Shortlist und Angebote, die sich wirklich vergleichen lassen.
Webdesign-Agentur finden: der Prozess in sieben Schritten
- Projekt klären: Ziel, Zielgruppen, Website-Typ, Umfang, Systeme und interne Ressourcen festhalten.
- Muss-Kriterien bestimmen: Anforderungen definieren, an denen kein Anbieter vorbeikommt.
- Longlist aufbauen: acht bis zwölf fachlich passende Agenturen aus mehreren Quellen sammeln.
- Nachweise prüfen: Live-Projekte, Team, Arbeitsweise und Spezialisierung kontrollieren.
- Shortlist bilden: drei Kandidaten erhalten dasselbe Briefing und dieselben Fragen.
- Angebote normalisieren: enthaltene Leistungen, Annahmen, Ausschlüsse und Folgekosten nebeneinanderstellen.
- Entscheidung dokumentieren: mit festen Kriterien bewerten und offene Punkte vor Vertragsschluss klären.
Der BVDW-Leitfaden zur Agentursuche empfiehlt ebenfalls, vor der Auswahl Ziele, Aufgaben, Budget, Timing und den gewünschten Agenturtyp zu klären. Das klingt banal. In der Praxis entscheidet genau diese Vorarbeit darüber, ob Sie vergleichbare oder völlig unterschiedliche Angebote bekommen.
Vor der Suche: Projekt und Muss-Kriterien klären
„Wir brauchen eine moderne Website“ reicht nicht. Modern kann für ein Industrieunternehmen etwas anderes bedeuten als für einen Onlineshop oder eine Kanzlei. Formulieren Sie zuerst, was die Website für das Geschäft leisten soll.
| Bereich | Was Sie vorab festhalten | Beispiel |
|---|---|---|
| Geschäftsziel | welche Handlung oder Wirkung wichtiger werden soll | mehr qualifizierte B2B-Anfragen |
| Website-Typ | Corporate Site, Relaunch, Shop, Portal, Karriere- oder Kampagnenseite | Relaunch einer mehrsprachigen Unternehmenswebsite |
| Zielgruppen | wer entscheidet, sucht, kauft oder sich bewirbt | Einkauf, Technik und Geschäftsführung |
| Umfang | Seitentypen, Sprachen, Inhalte, Formulare und Integrationen | acht Templates, CRM-Formular, 120 bestehende URLs |
| Technik | CMS, Hosting, Schnittstellen, Tracking und Sicherheitsvorgaben | WordPress, EU-Hosting, Matomo, HubSpot |
| Organisation | Entscheider, Projektleitung, Fachinput und Freigaben | Marketing führt, Vertrieb und IT prüfen |
| Rahmen | Budgetkorridor, gewünschter Start und harter Endtermin | Launch vor einer Messe, Budget als Spanne |
Trennen Sie danach Muss, Soll und Kann. Muss-Kriterien sind echte Ausschlussgründe: etwa ein bestimmtes CMS, Erfahrung mit Shops, ein barrierefreier Bestellprozess, mehrsprachige Inhalte oder eine definierte Schnittstelle. Ein bestimmter Animationsstil ist meist kein Muss.
Wenn diese Grundlagen noch fehlen, erstellen Sie zuerst ein Agenturbriefing mit klaren Anforderungen. Die allgemeinen Entscheidungskriterien stehen zusätzlich im Ratgeber Agentur auswählen: 12 Kriterien.
Welcher Anbieter passt: Freelancer, Studio oder Agentur?
Die richtige Größe hängt nicht vom Prestige ab, sondern von Aufgabe, Risiko und interner Unterstützung.
Freelancer
Passt oft zu kleinen Websites, klar abgegrenzten Design- oder Entwicklungsaufgaben und Teams, die Projektsteuerung, Inhalte oder SEO selbst übernehmen. Prüfen Sie Kapazität, Vertretung und welche Spezialisten bei Bedarf dazukommen.
Kleines Webdesign-Studio
Kann für mittelgroße Unternehmensseiten stark sein: kurze Wege, feste Ansprechpartner und erkennbare Handschrift. Wichtig ist, ob Konzept, Content, Entwicklung, QA und Betreuung wirklich abgedeckt sind oder von wechselnden Partnern kommen.
Spezialisierte Web- oder Digitalagentur
Passt zu komplexeren Relaunches, Shops, Portalen, Integrationen und Projekten mit mehreren Stakeholdern. Mehr Rollen bedeuten aber nicht automatisch mehr Qualität. Fragen Sie, wer konkret arbeitet und wie viel Zeit Seniorität tatsächlich im Projekt bekommt.
Full-Service-Agentur
Kann sinnvoll sein, wenn Website, Marke, Kampagnen, Content und laufendes Marketing eng zusammengehören. Lassen Sie trotzdem jede Disziplin separat erklären. „Full Service“ ist eine Leistungsbehauptung, kein Qualitätsnachweis.
Wählen Sie den kleinsten Anbieter, der Ihr Risiko noch sauber abdecken kann. Ein zehnseitiger Auftritt braucht selten ein großes Pitch-Team. Ein internationaler Relaunch mit Shop und CRM sollte dagegen nicht von einer einzelnen Person ohne belastbare Vertretung abhängen.
Longlist aufbauen: Wo Sie passende Agenturen finden
Nutzen Sie mehrere Quellen. So vermeiden Sie, dass nur die Agenturen in Ihrer Liste landen, die selbst am aggressivsten werben.
- Agenturübersichten: Filtern Sie nach Leistung, Standort und öffentlich sichtbaren Projekten.
- Empfehlungen: Fragen Sie Unternehmen mit ähnlichem Website-Typ, nicht nur Bekannte aus irgendeiner Branche.
- Referenzrecherche: Prüfen Sie gute Websites und suchen Sie im Impressum, Footer oder in Case Studies nach dem umsetzenden Team.
- Fachbeiträge und Vorträge: Achten Sie darauf, ob eine Agentur konkrete Prozesse und Entscheidungen erklärt oder nur Trends wiederholt.
- CMS- und Technologiepartner: Herstellerverzeichnisse können technische Erfahrung zeigen, ersetzen aber keine Qualitätsprüfung.
Starten Sie mit der AgenturRanker-Übersicht der Webdesign-Agenturen und ergänzen Sie weitere Kandidaten aus Empfehlungen und Referenzprojekten. Die Übersicht ist keine automatische Bestenliste. Sie hilft bei der Recherche, nimmt Ihnen die Prüfung aber nicht ab.
Erfassen Sie pro Kandidat zunächst nur sechs Dinge: Website, Standort, Teamgröße, erkennbare Schwerpunkte, zwei passende Referenzen und einen Satz zur vermuteten Projektpassung. Eine Longlist mit acht bis zwölf Kandidaten reicht. Mehr erzeugt oft nur Fleißarbeit.
Longlist auf acht Kandidaten kürzen
Bewerten Sie in dieser Phase nur Punkte, die öffentlich oder mit einer kurzen Rückfrage prüfbar sind.
- Projektfit: Gibt es mindestens zwei nachvollziehbare Projekte mit ähnlicher Aufgabe oder Komplexität?
- Leistungsfit: Werden die entscheidenden Disziplinen sichtbar abgedeckt?
- Technikfit: Hat die Agentur Erfahrung mit Ihrem CMS, Shop oder einer vergleichbaren Architektur?
- Kapazität: Passt die Agenturgröße zum Zeitplan und zur nötigen Betreuung?
- Transparenz: Sind Team, Arbeitsweise, Adresse und Verantwortliche klar erkennbar?
- Interessenkonflikt: Arbeitet die Agentur für direkte Wettbewerber, und wäre das für Ihr Projekt relevant?
Sortieren Sie nicht nach dem schönsten eigenen Agenturauftritt. Eine Agenturwebsite ist eine Verkaufssituation mit voller Kontrolle. Aussagekräftiger sind Kundenprojekte, bei denen Inhalte, Technik, Freigaben und reale Einschränkungen zusammenkommen.
Praktischer Filter: Ein Kandidat bleibt auf der Longlist, wenn mindestens zwei Referenzen fachlich passen, die nötige Technik abgedeckt ist und das wahrscheinliche Team groß genug für Ihr Risiko ist. Fehlt einer dieser Punkte, brauchen Sie vor der Shortlist eine konkrete Antwort.
Referenzen richtig prüfen: fünf Minuten pro Live-Projekt
Ein Portfolio-Screenshot kann Jahre alt sein. Öffnen Sie deshalb die echte Website und prüfen Sie mindestens fünf unterschiedliche Seitentypen: Startseite, Leistungsseite, Inhalt oder Magazin, Formular und eine tiefe Unterseite.
- Mobil testen: Funktionieren Navigation, Formulare, Tabellen, Filter und Buttons auf einem schmalen Bildschirm?
- Inhalte prüfen: Sind Leistungen verständlich oder wurde nur eine schöne Oberfläche gebaut?
- Geschwindigkeit prüfen: Laden Hauptinhalt und Interaktionen stabil, auch ohne schnelles Büro-WLAN?
- Barrieren suchen: Sind Fokus, Kontraste, Labels, Tastaturbedienung und Fehlermeldungen plausibel?
- Technik ansehen: Gibt es kaputte Links, Layoutsprünge, Cookie-Wände oder offensichtliche Konsolenfehler?
Fragen Sie im Gespräch nach dem Kontext: Was war die Ausgangslage? Welche Leistungen kamen wirklich von der Agentur? Wer schrieb Inhalte? Wer entwickelte Sonderfunktionen? Wie lange dauerte das Projekt? Was wurde nach dem Launch verbessert? Ein gutes Projekt ist nicht nur hübsch, sondern nachvollziehbar.
Bitten Sie bei einem größeren Auftrag um einen Referenzkontakt. Fragen Sie dort nach Projektsteuerung, Reaktion auf Probleme, Qualität der Übergabe und Planbarkeit von Zusatzkosten. Der BVDW empfiehlt ausdrücklich, Referenzen abzufragen und Informationen bei Referenzunternehmen einzuholen.
Shortlist und Erstgespräche vorbereiten
Drei Agenturen reichen meist für eine belastbare Shortlist. Alle erhalten dasselbe Briefing, dieselbe Frist und dieselben Kernfragen. Sonst vergleichen Sie später verschiedene Aufgaben.
| Frage | Woran Sie eine starke Antwort erkennen |
|---|---|
| Was ist aus Ihrer Sicht das größte Projektrisiko? | Die Agentur benennt eine konkrete Annahme und einen Prüfweg. |
| Welche Informationen fehlen für ein belastbares Angebot? | Fragen betreffen Ziele, Inhalte, Technik, Migration und Freigaben. |
| Wer arbeitet nach dem Verkaufsgespräch wirklich mit uns? | Rollen, Erfahrung, Verfügbarkeit und Vertretung werden genannt. |
| Wie entstehen Seitenstruktur und Inhalte? | Nutzerbedarf, Geschäftsziel, SEO und Redaktionsprozess greifen zusammen. |
| Wie laufen Designfreigaben? | Meilensteine und Korrekturschleifen sind klar, Feedback wird gebündelt. |
| Was setzen Sie selbst um, was bleibt bei uns? | Verantwortlichkeiten und notwendige Kundenzuarbeit sind sichtbar. |
| Wie testen Sie vor dem Launch? | Geräte, Browser, Formulare, Performance, Barrierefreiheit und Tracking sind abgedeckt. |
| Was passiert nach dem Launch? | Gewährleistung, Wartung, Updates, Monitoring und Weiterentwicklung sind getrennt beschrieben. |
Bewerten Sie auch die Fragen der Agentur. Wer sofort Lösungen verspricht, obwohl Zielgruppen, Inhalte und Technik noch unklar sind, verkauft wahrscheinlich ein Standardpaket. Gute Anbieter machen Wissenslücken sichtbar.
Technik, SEO, Performance und Barrierefreiheit prüfen
Sie müssen keine Entwicklerin sein, um technische Qualität zu prüfen. Lassen Sie die Agentur erklären, wie Anforderungen getestet und abgenommen werden.
CMS und Redaktionsalltag
Bitten Sie um eine kurze Live-Demo eines vergleichbaren Systems. Kann Ihr Team Texte, Bilder, Metadaten, Formulare und einfache Seiten ohne Agenturhilfe pflegen? Welche Änderungen brauchen Entwicklung? Wie werden Rollen, Updates, Backups und Staging gelöst?
Performance
Verlangen Sie keine pauschale „100 Punkte“-Garantie. Vereinbaren Sie stattdessen Messmethode, wichtige Seitentypen und Zielwerte. Google nennt aktuell drei Core Web Vitals: LCP für Ladeleistung, INP für Reaktionsfähigkeit und CLS für visuelle Stabilität. Als „gut“ gelten laut Google-Dokumentation zu Web Vitals LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden und CLS bis 0,1 – jeweils am 75. Perzentil realer Seitenaufrufe.
SEO und Informationsarchitektur
Fragen Sie, wer URL-Struktur, Seitentitel, interne Verlinkung, strukturierte Daten, Weiterleitungen und Indexierbarkeit verantwortet. SEO darf nicht erst kurz vor dem Launch als Plugin-Aufgabe auftauchen. Bei einem Relaunch müssen alte und neue URLs früh zusammengeführt werden.
Barrierefreiheit
„Barrierearm“ ist kein prüfbares Ziel. Fragen Sie nach dem verwendeten Standard, Testumfang und Umgang mit gefundenen Fehlern. Die WCAG 2.2 des W3C formuliert testbare Erfolgskriterien für zugängliche Webinhalte. Ob Ihr konkretes Angebot unter das BFSG fällt, hängt vom Einzelfall ab. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit stellt dazu aktuelle Informationen und FAQ bereit. Lassen Sie die rechtliche Einordnung bei Bedarf separat prüfen.
Datenschutz und externe Dienste
Lassen Sie alle externen Dienste, Cookies, Schriften, Videos, Karten, Tracking-Tools und Formulare auflisten. Fragen Sie, welche Dienste technisch notwendig sind, welche Einwilligung brauchen und wie Datenflüsse dokumentiert werden. Die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz zu digitalen Diensten erklärt die Datenschutz- und TDDDG-Grundlagen. Die Agentur sollte technische Umsetzung liefern können; die Rechtsprüfung bleibt eine eigene Aufgabe.
Angebote wirklich vergleichbar machen
Der Gesamtpreis allein sagt wenig. Zwei Angebote können gleich heißen und völlig unterschiedliche Arbeit enthalten. Übertragen Sie jedes Angebot in dasselbe Raster.
| Leistungsblock | Was konkret im Angebot stehen sollte | Typische offene Frage |
|---|---|---|
| Discovery und Konzept | Workshops, Recherche, Ziele, Sitemap, Anforderungen, Ergebnisformat | Ist Strategie enthalten oder startet das Projekt direkt mit Design? |
| Inhalte | Inventar, Interviews, Text, Bilder, Migration, Eingabe und Freigaben | Wer liefert was bis wann? |
| UX und Design | Anzahl Templates, Wireframes, Designsystem, Responsive-Zustände, Schleifen | Wie viele echte Seitentypen werden gestaltet? |
| Entwicklung | CMS, Komponenten, Schnittstellen, Browser, Geräte und Dokumentation | Was gilt als Standard, was als Zusatzentwicklung? |
| SEO und Migration | URL-Mapping, Metadaten, Redirects, interne Links, Sitemap, Indexprüfung | Wer schützt bestehende Sichtbarkeit? |
| Qualitätssicherung | Testplan, Verantwortliche, Fehlerklassen und Abnahme | Was wird automatisiert und was manuell geprüft? |
| Launch | Backups, Go-live-Ablauf, DNS, Tracking, Monitoring und Rückfallplan | Wer entscheidet im Fehlerfall? |
| Betrieb | Hosting, Updates, Backups, Security, Support und Reaktionszeiten | Welche Kosten entstehen monatlich oder jährlich? |
| Rechte und Übergabe | Code, Design-Dateien, Konten, Lizenzen, Datenexport und Dokumentation | Was bleibt nach Vertragsende nutzbar? |
Lassen Sie zu jedem Block vier Angaben ergänzen: enthalten, nicht enthalten, Annahmen und Aufgaben des Kunden. Fragen Sie außerdem nach Stundensätzen für Zusatzarbeit und danach, wie Änderungswünsche freigegeben werden.
Eine Einordnung typischer Preisfaktoren finden Sie im Ratgeber Webdesign-Agentur Kosten 2026. Nutzen Sie ihn zur Vorbereitung, aber vergleichen Sie konkrete Angebote immer über den tatsächlichen Scope.
Relaunch-Risiken vor der Beauftragung absichern
Bei einem Relaunch steht mehr auf dem Spiel als das neue Layout. Alte URLs können Rankings, Links, Kampagnen, Bookmarks und interne Prozesse tragen. Fragen Sie deshalb vor Vertragsabschluss nach einem Migrationsplan.
- vollständiges Inventar der bestehenden URLs und wichtigsten Inhalte
- Zuordnung jeder relevanten alten URL zu einem passenden neuen Ziel
- serverseitige permanente Weiterleitungen ohne unnötige Ketten
- Prüfung von Canonicals, Noindex-Regeln, robots.txt und XML-Sitemap
- Vorhermessung für organischen Traffic, Conversions und wichtige Seitentypen
- Testumgebung, Launch-Checkliste, Monitoring und klarer Rückfallplan
Google empfiehlt bei Website-Umzügen, die neue Seite gründlich zu testen, ein sauberes URL-Mapping zu erstellen, permanente serverseitige Weiterleitungen einzurichten und Traffic sowie Indexierung zu überwachen. Der aktuelle Google-Leitfaden für Website-Migrationen rät außerdem, mehrere große Änderungen möglichst nicht gleichzeitig durchzuführen.
Fragen Sie die Agentur nach einem anonymisierten Redirect-Mapping und einer Launch-Checkliste aus einem früheren Projekt. Eine konkrete Arbeitsprobe ist aussagekräftiger als „SEO ist inklusive“.
Rechte, Konten, Wartung und Übergabe regeln
Die Website soll nach dem Launch Ihrem Unternehmen dienen, nicht Sie dauerhaft an einen Anbieter binden. Klären Sie deshalb schriftlich:
- Domain, Hosting, DNS, CMS und Analyse-Konten laufen unter Unternehmenskontrolle.
- Nutzungsrechte für Design, Texte, Bilder, Schriften und Code passen zum geplanten Einsatz.
- Premium-Lizenzen und Drittanbieter-Abos sind mit Kosten, Laufzeit und Inhaber aufgeführt.
- Quellcode, Design-Dateien, Exporte und Dokumentation werden übergeben.
- Getrennte Benutzerkonten und Rollen ersetzen gemeinsam genutzte Passwörter.
- Gewährleistung, Wartung, Support und Weiterentwicklung sind klar voneinander getrennt.
- Backups, Update-Rhythmus, Sicherheitsvorfälle und Reaktionszeiten sind geregelt.
- Beim Vertragsende gibt es einen festen Ablauf für Datenexport und Entzug von Zugängen.
Bitten Sie schon im Angebot um eine Liste aller erwarteten laufenden Kosten. Dazu können Hosting, Wartung, Lizenzen, Cookie-Management, Schriften, Bilddatenbanken, Tracking, Formulardienste und Supportpakete gehören. Der günstige Build kann teuer werden, wenn der Betrieb absichtlich unklar bleibt.
Bewertungsmatrix für die finale Entscheidung
Die folgende Gewichtung ist eine redaktionelle Arbeitshilfe von AgenturRanker, keine Marktstudie. Passen Sie sie an Ihr Projekt an. Bewerten Sie jeden Punkt von 0 bis 5 und notieren Sie zu jeder Zahl einen Beleg.
| Kriterium | Gewicht | Prüffrage |
|---|---|---|
| Projekt- und Zielverständnis | 20 % | Verbindet die Agentur Website-Entscheidungen mit dem Geschäftsziel? |
| Referenzen und Fachfit | 15 % | Sind Projekte, Technik und Branche ausreichend vergleichbar? |
| Vorgehen und Projektsteuerung | 15 % | Sind Phasen, Freigaben, Risiken und Zuständigkeiten klar? |
| Team und Zusammenarbeit | 15 % | Ist das tatsächliche Team kompetent, erreichbar und ausreichend verfügbar? |
| Technische Qualität | 15 % | Sind CMS, Performance, SEO, Barrierefreiheit und QA prüfbar beschrieben? |
| Angebot und Gesamtkosten | 10 % | Sind Scope, Annahmen, Ausschlüsse und Folgekosten transparent? |
| Rechte und Unabhängigkeit | 10 % | Bleiben Konten, Daten, Dateien und Handlungsfähigkeit beim Unternehmen? |
Die Chemie darf bei ähnlich starken Angeboten entscheiden. Sie sollte aber keine fachlichen Lücken überdecken. Eine angenehme Präsentation ersetzt keinen Migrationsplan, kein klares Team und keine saubere Übergabe.
Warnsignale bei Webdesign-Agenturen
- Festpreis ohne Rückfragen: Das Angebot steht, bevor Inhalte, Technik und Ziel geklärt sind.
- Nur Mockups, keine Live-Referenzen: Es ist nicht prüfbar, was wirklich veröffentlicht wurde.
- Unbekanntes Projektteam: Im Pitch sprechen Senior-Leute, danach arbeitet ein anderes Team.
- „SEO inklusive“ ohne Scope: URLs, Inhalte, Metadaten, Migration und Indexierung bleiben unklar.
- Mobile nur als Nebenprodukt: Es gibt keine eigenen Zustände, Tests oder Abnahmekriterien.
- Barrierefreiheit als Overlay: Ein Zusatzwerkzeug wird als Ersatz für saubere Struktur und Tests verkauft.
- Kein Staging oder Backup: Änderungen sollen direkt auf der Live-Seite entstehen.
- Konten im Agenturbesitz: Domain, Hosting oder wichtige Tools laufen ausschließlich über den Dienstleister.
- Unbegrenzte Korrekturen: Klingt kundenfreundlich, verdeckt aber oft fehlende Freigabepunkte und Terminlogik.
- Unklare Folgekosten: Wartung, Lizenzen, Support und Hosting tauchen erst nach der Entscheidung auf.
- Kein Übergabeplan: Dokumentation, Zugänge, Dateien und Datenexport sind nicht geregelt.
Fazit: Die beste Longlist ist kurz und begründet
Wenn Sie eine Webdesign-Agentur finden wollen, starten Sie nicht mit Geschmack, sondern mit dem Projekt. Klären Sie Ziel, Scope, Muss-Kriterien und interne Ressourcen. Recherchieren Sie dann acht bis zwölf passende Anbieter, prüfen Sie echte Live-Projekte und sprechen Sie mit drei Kandidaten auf Basis desselben Briefings.
Die passende Agentur zeigt nicht nur schöne Seiten. Sie erklärt Risiken, benennt das echte Team, macht Leistungen und Folgekosten transparent, plant mobile und technische Qualität von Anfang an und sorgt dafür, dass Konten, Rechte und Daten unter Ihrer Kontrolle bleiben.
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Quellen und Datenstand
Datenstand: 31.08.2026. Der Artikel nutzt öffentlich zugängliche Primär- und Branchenquellen. Die vorgeschlagenen Longlist-Größen und die Bewertungsmatrix sind redaktionelle Arbeitshilfen von AgenturRanker, keine allgemeingültigen Marktwerte. Rechtliche Hinweise ersetzen keine Beratung im Einzelfall.
- BVDW: Leitfaden „Wie finde ich die richtige Agentur?“
- Google Search Central: Website-Umzüge und Migrationen
- Google/web.dev: Web Vitals
- W3C: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2
- Bundesfachstelle Barrierefreiheit: Informationen zum BFSG
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